Bergungstauchen und Unterwasserforschung im anspruchsvollen Einsatz

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Präzision und Zuverlässigkeit sind beim wissenschaftlichen Tauchen und bei anspruchsvollen Bergungseinsätzen unerlässlich. Das EXPLORER | TEAM agiert als spezialisierte Einheit für Arbeitstauchgänge in komplexen Umgebungen. Ob Unterwasserforschung im Rahmen von NAWITA-Projekten oder die gezielte Suche nach versunkenen Sachwerten – unsere erfahrenen Forschungstaucher setzen auf fundierte Tauchgangsplanung und professionelle Ausrüstung. In diesem Bericht beleuchten wir einen realen Bergungstauchgang, bei dem selbst widrigste Bedingungen unsere Gasstrategie und Navigation auf die Probe stellten.

Projektstart und operative Vorbereitung der Ankerbergung

Am 01.09. erreichte uns ein Auftrag zur Bergung eines verloren gegangenen Ankers. Ein Teil des EXPLORER | TEAM bereitete sich unmittelbar am Folgetag auf den Einsatz vor. Da der TSVMB für seine 100%ige Erfolgsquote bekannt ist, war das Ziel klar definiert. Das Zielgebiet stellte uns aufgrund des unwegsamen Geländes vor logistische Herausforderungen.

Wir schifften uns in Greffern auf unserem Bergungsboot, der „Nimbus“, ein. Mit einer Länge von 11 Metern und 2×270 PS bietet sie Platz für 3-4 Tech-Taucher. Ein kritischer Punkt bleibt jedoch die fehlende Hebevorrichtung an der Außenplattform – ein klarer Verbesserungspunkt für unseren Skipper, den „Teufel“. Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir das Einsatzgebiet, ein System aus Kanal und See mit angrenzenden Liegeplätzen.

Tauchgangsplanung und Durchführung unter Nullsicht

Da lediglich vage Richtungs- und Tiefenangaben vorlagen, legten wir den Suchvektor auf 270° entlang einer vorhandenen Ankerkette fest. Nach dem obligatorischen Equipmentcheck und Buddycheck – hier ist bei uns noch Luft nach oben, „Buddy“ – erfolgte der Einstieg.

  • Bubblecheck zur Überprüfung der Dichtigkeit und Ausrüstung.
  • Abstieg entlang der Referenzleine.
  • Dekompressionsstopps wurden präventiv in die Tauchgangsplanung integriert.

Die Bedingungen waren extrem: In den ersten Metern war die Sicht bereits stark eingeschränkt. Bei 10 Metern Tiefe setzte die Dämmerung ein, ab 20 Metern herrschte faktisch Nullsicht. Unser Lichtkegel drang kaum 50 Zentimeter in die Trübung ein. Bei 23 Metern erreichten wir den Gewässergrund und begannen die Suche unter schwierigen Strömungsverhältnissen.

Trotz mehrfacher Orientierungsversuche entlang des Kurses und der Strömung führte ein technischer Defekt – der Ausfall einer Lampe – zum notwendigen Abbruch des Tauchgangs. Die Sicherheit der Taucher hat bei jedem Arbeitstauchgang oberste Priorität.

Der Frust über den ersten Fehlschlag ist groß, aber wir betrachten dies als wertvolle Erfahrung für zukünftige Missionen. Die Bergung der Anker – es handelt sich um mehrere Objekte – ist für den Zeitraum November bis Dezember fest eingeplant. Wir werden unsere Suchstrategie und das Equipment entsprechend anpassen, um den hohen Anforderungen des EXPLORER | TEAM gerecht zu werden.

Wie geht ihr bei der Suchtauchgangsplanung vor, wenn bei Nullsicht und Strömung keine exakten Koordinaten vorliegen – setzt ihr auf spezifische Suchmuster oder eher auf großflächige Referenz-Scans?


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