Effiziente Bergungstauchen-Einsätze unter wissenschaftlichen Standards
Die Schnittstelle zwischen Wissenschaftlichem Tauchen (Scientific Diving) und dem operativen Bergungstauchen erfordert höchste Präzision. Bei einem aktuellen Arbeitstauchgang wurde die Suchgruppe (SG) Search and Rescue Team (S&R) des EXPLORER | Team mit der Lokalisierung eines Außenbordmotors beauftragt. Im Zuge einer Unterwasserforschung in einem Baggersee wurde ein Evinrude E-Tech (25 PS, ca. 75 kg) geborgen, der nach einem Förderband-Zwischenfall im Sediment verschollen war. Durch die Synergie von NAWITA-konformen Abläufen und spezialisierter Suchtaktik konnte der Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden.
Planung und Durchführung: Vom Arbeitstauchgang zur Bergung
Die präzise Vorbereitung ist das Fundament für Projekt- und Expeditionstauchen (Project & Exploration Diving). Um das Zielobjekt effizient zu erreichen, wurden unterschiedliche operative Rollen besetzt:
- Tauch-Team: Mad Max, Nauti Cam, Officer Hadley
- Oberflächen Support-Team: Tim, Miriam
- Drohnen-Pilot: Leon
Durch eine exakte Dreieckspeilung, die bereits beim initialen Auffinden durchgeführt wurde, konnte das Orientierungs- und Suchtauchen (Navigation & Search Diving) optimiert werden. Interessanterweise wies die Fundstelle eine signifikante Abweichung zur offiziellen Untergangsposition auf – eine Herausforderung, die im Arbeitstauchen im anspruchsvollen Umfeld (Advanced Working Diving) häufig durch Strömungen oder Bodenbeschaffenheit auftritt.

Unterwasser-Navigation und Bergungs-Protokoll
Nach dem Briefing startete das Team die Abstiegsphase unter erschwerten Bedingungen. Die Sichtweite war in den ersten zehn Metern stark eingeschränkt, was den Einsatz leistungsstarker Testlampen erforderte.
- Einsatzparameter: Zieltiefe bei 21 Metern.
- Navigation: Anwendung systematischer Suchmuster zur Lokalisierung.
- Bergungstechnik: Einsatz von Referenzleinen und Hebesäcken zur kontrollierten Objektanhebung.
Nach etwa 20 Minuten Grundzeit konnte der Motor identifiziert werden. Die Gasstrategie und der Dekompressionsstopp wurden exakt auf das Profil angepasst, um die Sicherheit der Taucher zu gewährleisten. An der Oberfläche unterstützte ein Bagger die finale Bergung über die Böschung. Der Betreiber und der Verein sprachen der SG S&R ihren Dank für die professionelle Durchführung aus.
Tauch-Team
Mad Max, Nauti Cam, Officer Hadley
Oberflächen Support-Team
Tim, Miriam
Drohnenflieger
Leon
Durch die Dreieckspeilung die Mad Max beim Fund des Motors an der Oberfläche genommen hat, hatten das Tauch-Team eine fast genaue Position der Bergungsstelle. Es kam im Nachhinein heraus, das die offizielle Untergangsstelle ganz woanders lag als die Fundstelle. Warum, das konnte nicht geklärt werden.
Die Testlampen wurden angeschaltet und abtauchen. Wie seit Wochen schlechte Sicht auf den ersten 10 Metern. Dann machte der Baggersee nur leicht aus so das wir die Leistung der Lampen noch nicht so testen konnten. Der Motor sollte in einer Tiefe von 21m liegen. Nach ca. 20 Minuten fand das Tauch-Team den Motor. Mit Leine und Hebesäcken brachte das Tauch-Team den Motor sicher an die Wasseroberfläche. An Land wartete schon der Bagger um den Motor die Böschung hoch zu holen.
Welche Herausforderungen bei der Bergung von Objekten in Tiefen jenseits der 20 Meter sind euch in euren Projekten bereits begegnet – insbesondere im Hinblick auf Sichtweiten und Lastenmanagement?
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