Boot ist wieder FREI…
Am 24.6.2016 traf um 12:30 Uhr beim Tauchsportverein Mittelbaden e.V. der „Notruf“ eines Bootes ein, das im Petersee seinen Anker nicht mehr hieven konnte. Der Tauchlehrer Matthias Paetsch organisierte innerhalb von 10 Minuten 2 Taucher die sich um 17 Uhr an der Bergungsstelle einfanden.
Tag1
Das Boot eine 27 Meter Jacht hing fest mit seinem Pflugscharanker. Nach kurzen Gespräch mit dem Kapitän wurde von Michael Huck (Taucher 1) und Michael Thees (Taucher 2, zusammen Team 1), das Equipment gerichtet, um das Boot aus seiner misslichen Lage zu befreien. Nach Einschätzung der Situation unter Wasser und Briefing tauchten die beiden an der Ankerkette ab. Je tiefer sie kamen umso schlechter wurde die Sicht. Bei ca. 15 Meter war der Grund erreicht. Hier betrug die Sicht O Meter! Die beiden Taucher orientierten sich nur per Tastsinn und über Handdruck. Am Ende des Tauchgangs stand fest, das sich die Kette um einen Baum geschlungen hat, der quer im See lag. Der Anker konnte von den Tauchern leider nicht sofort lokalisiert werden.
Tag 2.
Am nächsten Tag wurde im Briefing beschlossen mit Führungsleine an der Ankerkette und im Halbkreismuster im Abstand von 3, 5, 8 und 10 Metern zu tauchen, um das andere Ende der Kette und damit den Anker zu finden. Als Ausgangsmarkierung wurde eine Boje mit Blinker gesetzt. Auch dieser Versuch blieb leider erfolglos. Nach kurzer Besprechung und Einschätzung der Situation wurde von den Tauchern beschlossen, am Baum weiter zu suchen. Nach Abstieg und Führungsleinen Überprüfung wurde der Baum untersucht. Durch die Aufwirbelung der vorhergehenden Suche, war die Sicht nicht nur 0 Meter, sondern es war auch noch dunkel durch die vielen Sedimente. Nach dem Abtasten und Graben mit den Händen am Baum, wurde der Anker lokalisiert. Er war unter dem Baum im Schlick. Erster Erfolg! Auftauchen. Wieder kurze Besprechung über die weitere Vorgehensweise. Wieder Abstieg auf 15 Meter. Durch das ständige auf und abtauchen und die anstrengende Suche Unterwasser nahm der Druck auf die Ohren immer mehr zu. Jetzt war der Silt-out (bezeichnet man eine Gefahrensituation beim Tauchen, bei der die Sichtweite unter Wasser innerhalb von wenigen Sekunden auf null reduziert wird) auf minus Null! Keine Sicht, dunkel und kalt! Der Untergrund bestand nicht nur aus losem Sediment, sondern der Untergrund war wie Lehm. Sogar mit einer Schaufel wurde versucht, den Anker frei zubekommen. Erfolglos! Der Anker saß immer noch fest, jedoch war er soweit frei, das ein Seil befestig werden konnte. Dieses wurde an einem zweiten Boot an der Oberfläche befestigt. Die Boote wurden von den Tauchern so positioniert, das Beide im rechten Winkel zum Baum standen. Boot 2 zog, doch der Anker war zu fest. In der Zwischenzeit zogen dunkle Wolken am Horizont auf. Von den Tauchern gab es für Boot 2 noch einmal Leinensignale nach dem der Anker mit dem Seil neu befestigt wurde. Er löste sich leicht. Taucher 1 fiel jetzt aus. Taucher 2 ging noch einmal runter. Er konnte den Anker lösen und ein Teil der Kette unter den Baum durch ziehen. Dann plötzlich spannten sich die Kette und das Seil. Taucher 2 kam an die Wasseroberfläche und es stürmte und hagelte. Ein Unwetter zog auf und daher wurde die Bergung abgebrochen.
Tag 3.
Team 1 bekam Unterstützung von Team 2. Es handelte sich hier um Nadine Hoffmann und Patrik Werner. Nach Skizzierung und Erklärung des Problems, wurde das Equipment im TSVMB gepackt und zur Bergungsstelle gefahren. Das Wetter war jetzt besser und das Team total motiviert. Heute muss er hoch! Jetzt ging alles wie am Schnürchen. Das Boot wurde in Position gefahren. Team 1 ging am Seil und Team 2 an der Kette runter. Durch Leinensignal wurde das Seil mit dem Anker nach oben gezogen. Der Anker wurde von der Kette gelöst und die Kette konnte unter dem Baum durchgezogen werden. Das Boot war frei. Dank der Arbeit der 2 Teams vom TSVMB ersparte sich der Bootseigner einen Verlust von ca. 2.000 Euro an Anker und Kette.