1. Hydro-Kollektiv-Camp – Tauchen und Forschen

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Tag 1

Was für ein fetter Auftakt beim ersten Tag des 1. Hydro-Kollektiv-Camp – Tauchen und Forschen!

Der erste Tag ist im Kasten und ich sag’s euch: Mein Grinsen krieg ich heute nicht mehr aus dem Gesicht. Wir hatten zwar eigentlich drei verschiedene Seen auf dem Zettel, aber die Bedingungen waren so episch, dass wir den Plan spontan angepasst haben. Flexibilität ist beim technischen Tauchen ja eh die halbe Miete.

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TG 1: Einstieg „Annerose“ – Lichtspiel im Geäst

Leute, der Einstieg „Annerose“ war der absolute WAHNSINN! Ich wette, ihr hätte das genauso gut gefallen wie uns. Bis 15 Meter war die Sicht schon ordentlich, aber was danach kam? Einfach nur glasklar. Da wir erst das zweite Mal an diesem Spot waren, ist die Orientierung noch echtes Neuland, aber genau das macht den Reiz aus. Ab 35 Metern Tiefe öffnet sich eine riesige Sandfläche, die sich endlos zieht. Wir sind dann bei 40 Metern auf einen neuen Kurs gegangen. Das Krasse: Wir hätten die Backup-Lampen eigentlich stecken lassen können. Das Umgebungslicht war so stark, dass man alles im Detail gesehen hat.

Der Rückweg im Flachbereich war dann purer Vibe: Richtig mystisch durch die riesigen, versunkenen Bäume. Wenn die Sonne durch das Geäst bricht und die Strahlen im Wasser tanzen – das ist genau der Stoff, für den wir morgens aufstehen.

Habe ich erwähnt, das ich meine Handschuhe vergessen hatte und noch mal vom Spot zurück zur Basis musste…

Die Forschungs-Ausbeute:

• Flora & Fauna: Jede Menge Krebse, Hechte und verschiedene Armleuchteralgen (Characeen) sowie Tausendblatt.

• Kuriosität: Ein Regenwurm auf 5 Metern Tiefe! Der Typ sah extrem fit aus.

Technik-Talk: Kann ein Regenwurm in der Tiefe überleben? Tatsächlich können sie über die Haut Sauerstoff aus dem Wasser diffundieren, solange der Sauerstoffgehalt hoch genug ist. Aber auf Dauer? Wahrscheinlich eher ein unfreiwilliger Ausflug, der uns alle zum Staunen gebracht hat.

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TG 2 & 3: „Kleiner Bodensee“ – Steilwand-Sinfonie

Nach dem Füllen an der Basis ging es zum „Kleinen Bodensee“. Obenrum war die Suppe erst mal trüb und die Sicht echt bescheiden. Aber sobald wir die 15-Meter-Marke geknackt hatten… BOOM! Vor uns tat sich die komplette Steilwand in ihrer ganzen Pracht auf. Die Sichtweiten waren so phänomenal, dass wir uns sofort einig waren: Den dritten Tauchgang machen wir genau hier nochmal. Wer braucht schon drei verschiedene Seen, wenn er diese Wändw haben kann?

Klar, das Wasser zieht einem thermisch ordentlich die Wärme aus den Knochen, aber bei dem Panorama ist das Adrenalin die beste Heizung. Wir konnten eine enorme Dichte an Grundeln mit ihren Höhlenbauten dokumentieren – das Monitoring läuft also auf Hochtouren! Dazu kamen noch etliche Kamberkrebse, die im Licht unserer Fokuslampen posiert haben.

Zum Schluss in der Basis irgend so einen Kräuterschnaps vom Kowelenzer Schängelche War aber lecker.

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Fazit: Ziel erreicht, Akkus (von Lampen und Tauchern) werden geladen. Morgen geht’s zum Spaßtauchen nach Gravier. Geplant sind wieder drei Tauchgänge – mal sehen, was uns dort erwartet!

Bilder und Videos kommen SPÄTER…

Bleibt nass, Leute! 🫧🤘


Tag 2

Hydro-Kollektiv-Camp: Tag 2 – Puristischer Spaß & Sichtweiten aus einer anderen Welt! 🫧🤘

Leute, was für ein Abriss! Heute stand beim Hydro-Kollektiv-Camp „NUR“ Spaß auf dem Plan. Und was für einer! Gravière du Fort hat sich heute mal so richtig von seiner Schokoladenseite präsentiert. Wir hatten Sichtweiten, die wir dort schon ewig nicht mehr erlebt haben – oben wie unten komplett durchgehend glasklar. Einfach nur HAMMER.

Und das Beste: Wir waren fast alleine. Am Anfang hat die französische Feuerwehr noch kurz ihr Ding gemacht, aber danach? Stille. Totale Ruhe im Kessel. Nur wir und der See. Das ist technisches Tauchen, wie man es sich im Traum ausmalt.

Die Tour der Klassiker

Wir haben die komplette Sightseeing-Liste abgehakt: Krabbe, Segelboot, Kanu, Flugzeug, Anker und das Seepferdchen. Alles lag da wie auf dem Präsentierteller. Auf der linken Seite von P1 standen fette Hechte im Kraut. Ein riesiger Karpfen war so tiefenentspannt, dass er sich von Rammstein und seinem Geblubber mal so gar nicht aus der Ruhe bringen ließ.

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Technik-Check & Kleine Pleiten

Wo gehobelt wird, fließen Tränen – oder eben Wasser.

• Wolfgang: Ist beim ersten TG direkt mal voll gelaufen. Thema Reißverschluss… ein Klassiker, den keiner braucht, der aber zum Camp-Feeling gehört wie der Deko-Stopp.

• Officer: Sein Kompass scheint aktuell eher nach dem Mond zu navigieren. Das Ding muss dringend mal neu kalibriert werden, sonst landen wir noch in Paris statt am Ausstieg.

• Rammstein: Ist aktuell auch ein wenig „inkontinent“. Irgendwo drückt’s raus, wo es nicht soll.

• Die Guten: Unserem Kowelenzer Schängelche und Drohnen-Leon ging es dagegen blendend. Volle Einsatzbereitschaft!

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Weber-Grill & Kaltgetränke

Nach dem zweiten Tauchgang wurde es legendär. Officers neuer Weber-Grill wurde feierlich eingeweiht! Wir haben direkt ein Foto für seine Eltern geschossen, damit die sehen, dass ihr Geburtstagsgeschenk sinnvoll genutzt wird und es nicht immer nur Whisky gibt (obwohl… lassen wir das). Dazu gab es kalten Glühwein – fragt nicht, es war genau das Richtige!

Während die anderen „Heimscheißer“ die Segel streichen mussten, haben Rammstein und das Schängelche keine Gnade gekannt. Die beiden sind noch für einen kleinen Extra-Dive abgetaucht. Hart im Nehmen!

Morgen geht’s in Tag drei. Bleibt nass! 🤿🔥


Update 13.03. – Was für ein Abend! 🍲🍻

Eigentlich wollten wir nach dem zweiten Tag im Hydro-Kollektiv-Camp nur kurz das Material bei Officer klarmachen und einen schnellen Absacker in der Basis (Vereinsheim TSVMB) nehmen. Aber wie das bei uns Tauchern so ist: Pläne sind dazu da, umgeworfen zu werden – vor allem, wenn es um Kulinarik geht!

Kulinarische Deutschlandreise: Teil 2

Plötzlich ploppte die Einladung von Claus und Petra auf:

„Hallo zusammen, nachdem es nun wieder Nachschub vom leckeren Dresdener Schlösser Bock im Verein gibt, starten wir Teil 2 der kulinarischen Deutschlandreise. Es gibt heute ab etwa 19:30 Uhr passend dazu eine Sächsische Kartoffelsuppe – auf Wunsch auch mit Wienerle.“

Da mussten wir nicht zweimal überlegen! Nach den kalten Tauchgängen im Gravière hat die heiße Suppe im Körper wahre Wunder bewirkt. Ein riesiges Dankeschön an Claus und Petra – das war genau der Treibstoff, den wir gebraucht haben.

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Materialschlacht & Arbeitsboot-Revival

Während die Suppe dampfte, wurde im Hintergrund trotzdem malocht. Officer und Lederhose haben das Bergungsequipment fachgerecht verstaut und die Logistik gewuppt. Alle Flaschen sind wieder randvoll mit gutem Stoff für den nächsten Tag.

Und dann gab es noch ein kleines Highlight: Unser „Arbeitsboot“ wurde nach gefühlten Ewigkeiten mal wieder aufgeblasen! Die Jungs hatten das Teil schon fast vergessen, aber jetzt ist es wieder einsatzbereit für alles, was wir noch vorhaben.

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Vereinsleben wie in alten Zeiten

Es war einfach herrlich: Der Verein war seit langem nicht mehr so voll. Es gab verschiedenste Gruppengespräche, einen mega interessanten Austausch zwischen den „Forschern“ – genau so muss ein Camp-Abend aussehen.

Heute geht’s weiter– Tag 3, wir kommen! 🫧🚀


Tag 31. Hydro-Kollektiv-Camp Tag 3: Schlechte Sicht, Schweiß und Explorer-Modus! 🌧️⚓

Man sagt ja, beim Tauchen gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Laune. Aber ganz ehrlich? Wenn es die ganze Nacht durchregnet und man am Einstieg steht, hilft auch kein motiviertes „Tschaka!“ mehr. Da hilft nur: Maske auf, Kopf unter Wasser und ab in die Stille.

Leider hat uns die Zahnfee krankheitsbedingt im Stich gelassen – gute Besserung an dieser Stelle!

Genau deshalb ist ein starkes, großes Team Gold wert. Wir haben kurz umgeplant und die Teams ins Rennen geschickt:

• Team 01: Kowelenzer Schängelche & Officer Hadley

• Team 02: Rammstein & Lederhose

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Der EXPLORER-Tauchgang: Markieren & Dokumentieren

Das Briefing war klar: Objekte finden, mit Bojen markieren und knallhart dokumentieren. Team 01 übernahm die 180°-Peilung, Team 02 die 210°. Was wir da unten alles im Sediment gesehen haben:

• Drahtseil-Dschungel: Mehrere massive Stahlseile (L1, L3, L4, L9), die teilweise im „Abyss“ verschwinden oder Bäume komplett einwickeln. Gruselig, aber faszinierend!

• Canyon-Action: Wir haben massive Durchbrüche und Canyon-Formationen (L2, L5, L7) passiert, die direkt unter markanten Uferpunkten liegen.

• L6-Spot: Ein großflächiger Durchbruch genau unter dem „Baden verboten“-Schild. Ironie können wir!

• The Abyss: Die Abbruchkanten führen teilweise direkt ins bodenlose Schwarz. Wer da keine Lampe hat, ist verloren.

Insgesamt wurden 5 Bojen gesetzt. Ein voller Erfolg für die Datensammlung!

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Wenn das Material (oder der Wille) kapituliert…

Nach dem ersten Run war die Luft bei Team 02 raus. Lederhose war eher „halbtrocken“ (sprich: nass) unterwegs und Rammstein hatte auch genug vom Regen. Abbruch für Team 02. Das hieß für Team 01: Umplanen im Akkord! Die Mission: 5 Bojen auf einer Strecke von 270 Metern zwischen 13 und 20 Metern Tiefe bergen.

Realitätscheck: Wer von euch hat schon mal Bojen aus 15 Metern eingeholt, ohne dabei wie ein Korken an die Oberfläche zu schießen? Das ist Tarierarbeit am Limit!

Team 01 hat es durchgezogen. Im Wechsel wurden die Markierungen angetaucht und die Leinen eingeholt. Als wir bei der letzten Boje den Kopf aus dem Wasser streckten, wartete Team 02 schon am Ufer – frisch gestärkt vom Essen und Trinken. Immerhin: Sie haben beim Schleppen geholfen und zur Belohnung gab es für alle einen Schluck Eifelfeuer. Das brennt den Regen direkt wieder weg!

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Feierabend & De-Briefing

Danach hieß es: Ab in die Basis. Equipment verräumen, Flaschen an die Füllstation und ein ordentliches De-Briefing für Team 01. Jetzt fallen wir erst mal alle zum Essen ein – Kohlenhydrate sind nach dem Tag bitter nötig.

Morgen geht’s in Tag 4. Wir beten zum Wettergott: Bitte weniger Regen, mehr Sicht!


Tag 4

Hydro-Kollektiv-Camp: Tag 4 – Das große Finale & Mysterien im Sediment!

Alles hat ein Ende, und so sind die ersten „Hydro-Kollektiv-Camp – Tauchen und Forschen“ Tage nun offiziell Geschichte. Auch am letzten Tag hat uns die Krankheitswelle leider nicht verschont, sodass das Kowelenzer Schängelche & Officer Hadley als Duo auf sich allein gestellt waren. Aber wer uns kennt, weiß: Wir ziehen das durch!

E2: Kaiserwetter und krasse Sichtweiten

Das Wetter meinte es heute endlich gut mit uns. Die Sicht? Wieder absolut TOP im gesamten Tiefenbereich! Wir haben uns mit Kurs 320° direkt in die Mitte des Sees geschossen.

Monitoring-Ergebnisse:

Beim Abtauchen stand das Monitoring im Fokus. Doch die Ergebnisse waren eher ernüchternd. Früher gab es hier regelrechte Wiesen der Stern-Armleuchteralge (Nitellopsis obtusa). Heute fanden wir nur noch vereinzelte Exemplare auf 9,5 m Tiefe. Was uns aber in allen Seen extrem aufgefallen ist: Massive Bestände von Fadenalgen (Zygnema) bis in 14 m Tiefe sowie Braunalgen (Phaeophyceae). Die Natur ist im Wandel, und wir sind live dabei, um es zu dokumentieren.

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„Spuren im Sand“ – Ein subaquatisches Rätsel

Beim Abstieg passierten wir ein freihängendes Seil, das uns völlig neu war – auf 27 m Tiefe war es mit einem Pflock fest im Boden verankert. Doch der eigentliche Kracher kam an der Steilwand:

Auffällige Spuren im Sediment, es sah aus, als hätte jemand einen massiven Bollerwagen durch das Sediment gezogen. Wir sind den Furchen über die 30 m Sandfläche gefolgt, bis sie über den Kraterrand hinweg in die dunkle Seemitte verschwanden. Das ist ein Fall für das nächste Camp – da müssen wir unbedingt dranbleiben!

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Botanische Bestandsaufnahme (Uferzone bis Tiefe):

Unsere Funde waren heute spärlich, aber präzise kartiert:

• 3,0 m: Wasserminze (Mentha aquatica)

• 4,7 m: Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) & Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)

• 7,5 m: Brutkörper und Bulbillen der Stern-Armleuchteralge (Nitellopsis obtusa)

• 10,0 m: Zerbrechliche Armleuchteralge (Chara globularis)

Weitere Points of Interest (POI):

1. Massives Drahtseil

2. Der Krater (Spuren-Hotspot!)

3. Der Bunker

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Das Fazit: 4 Tage – 5 Seen – 10 Tauchgänge!

Eine ausführliche Zusammenfassung folgt, sobald alles verräumt ist und wir die Eindrücke haben sacken lassen. Eines ist klar: Das 2. Hydro-Kollektiv-Camp steht bereits! Wir haben in diesen vier Tagen so viel gelernt, dass der Termin und die Aufgabenbereiche für das nächste Mal schon fix sind.

Danke an das beste Team der Welt! Genießt das Wochenende, trocknet eure Anzüge (besonders du, Wolfgang! 😉) und bleibt bereit für die nächste Mission.

Euch allen ein schönes Wochenende! 🤿🚀

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