Einsatz-Zusammenfassung: Operation Klappanker – Auftrag nicht ganz erfüllt, Teamleistung makellos

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2025-06-21

Der dritte operative Einsatz 2025 hatte die Bergung eines vermissten Klappankers mit 40 Meter Kette zum Ziel. Die logistische Herausforderung begann beim Aufbruch von unserem französischen Stützpunkt, da der Anfahrtsweg zum deutschen Einsatzgebiet von Land aus ineffizient gewesen wäre. Trotz unpräziser Positionsangaben des Kapitäns und einer von 12 auf 21 Meter abweichenden Einsatztiefe haben wir, das EXPLORER I Team, die Lage umgehend neu bewertet und eine strukturierte Suchoperation eingeleitet. Mit ET2 auf 10m, ET1 auf 15m und dem TEL auf 20m haben wir in einem strategischen Suchmuster zwei fremde Anker erfolgreich geborgen. Obwohl das Primärziel verfehlt wurde – der gesuchte Anker liegt vermutlich außerhalb des deklarierten Suchbereichs – demonstrierte das Team höchste Professionalität, Anpassungsfähigkeit und gnadenlose Effektivität. Wir sind bereit für die nächste Phase.


Die Mission, die wir intern als Operation „Tiefensuche Anker“ führten, forderte zunächst eine schnelle Reaktionsfähigkeit in der Logistik. Die Entscheidung, vom Liegeplatz des Einsatzbootes in Frankreich aus anzufahren, war strategisch, um Zeit und Ressourcen zu schonen. Unsere Taucheinsatzleiter (TEL) koordinierte die Verladung des Tauch- und Bergeequipments auf der Marina – eine kritische Phase, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Wir operieren nur mit maximaler Redundanz und Vorbereitung, jedes Stück Ausrüstung wurde auf Funktionalität geprüft und zugriffssicher verstaut.

Am Einsatzort trafen wir jedoch auf die erste signifikante Abweichung: Die vom Kapitän deklarierte Tiefe von 12 Metern war inkorrekt. Laut Markierungs-Lot wich sie um neun Meter ab und lag bei ca. 21 Metern, was eine sofortige operative Neuanpassung durch den TEL erforderte. Die Positionsangabe war unhaltbar, und eine Standard-Bergung wurde zur komplexen Suchoperation.

Das EXPLORER I Team – bestehend aus drei erfahrenen Einsatztauchern – wurde gemäß unserem Standard Operational Procedure (SOP) in Tiefen-Sektoren eingeteilt, um eine lückenlose Abdeckung des potenziellen Suchgebietes zu gewährleisten. ET2 übernahm den Sektor auf 10 Metern, ET1 den Sektor auf 15 Metern und der TEL den Sektor auf 20 Metern. Jeder Taucher durchkämmte seinen Sektor in einer 50-Meter-Radius-Suche in die eine und in die andere Richtung. Dieses Vorgehen minimiert Suchlücken und maximiert die Erfolgschance selbst bei unpräzisen Ausgangsdaten. Das Zusammenspiel war unter Wasser nahtlos.

Die Suchoperation führte zur Bergung von zwei unautorisierten Ankern mit Kette und Seil. Das Primärobjekt, der Klappanker des Einsatzbootes, wurde jedoch nicht lokalisiert. Unsere Schlussfolgerung ist klar: Der verlorene Anker liegt entweder außerhalb des durch das Boot markierten Quadranten oder – was wahrscheinlicher ist – in einem Flachwasserbereich oberhalb von 10 Metern.

Der Einsatz demonstrierte die Zuverlässigkeit und Robustheit unseres Teams. Wir operieren effektiv, selbst wenn die Ausgangslage fehlerhaft ist. Wir bergen, was wir finden, und liefern stets eine fundierte Lagebeurteilung. Um unsere Abläufe zu optimieren, haben wir unsere Lessons Learned zusammengefasst:

Vor dem Einsatz muss das Einsatzprotokoll GENAU gelesen werden und der Anfahrtsweg zweifach durch die Logistik geprüft werden. Im Einsatzgebiet transportieren wir nur essenzielles Equipment, das sofort zugriffsbereit sein muss. Das Operations-Einsatzteam hält sich unbedingt an die Einsatzplanung. Unsere Stärke liegt in der Disziplin. Der nächste Einsatz, möglicherweise eine landgestützte Operation, wird bereits vorbereitet.

Wir sind das EXPLORER I Team. Wir liefern.

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